Region Tasman
- Andrea Oldani
- 5. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Ein leiser Abschied lag in der Luft, als wir Hokitika verliessen. Vor uns die letzte Etappe auf der Südinsel. Zwischen Tasman, Nelson und Wharariki Beach erlebten wir nochmals alles, was Neuseeland ausmacht: Natur, Herzlichkeit und diese besondere Ruhe.

Mit etwas Wehmut zogen wir von unserer schönen Unterkunft in Hokitika weiter in den Norden. Es ist die letzte Woche auf der Südinsel Neuseelands. Der 300 km lange Weg nach "Tasman" führte uns durch das Landesinnere vorbei an schönen Wäldern, kleinen lebendigen Ortschaften und weiten Feldern mit Schafen und Kühen. Eine lohnenswerte Fahrt.
Angekommen auf dem schönen Anwesen "GARDEN VILLA KINA" begrüsste uns Paul, der Inhaber und Farmer aus England. Mit seiner Familie bewirtschaftet er diese Farm, produziert selbstgemachte Lebensmittel, welche sie in ihrem Garden Café und Farm Shop vermarkten. Er setzte sich zu einem Schwatz zu uns auf die Veranda und überreichte uns einen regionalen Weisswein, den wir im Anschluss gleich degustierten: und leerten. Gut beduselt kochten wir uns noch etwas, bevor wir nach dem langen Tag ins Bett fielen.
Für den Folgetag buchten wir die Fähre von Mapua, der Nachbarsgemeinde, auf die Rabbit Island für einen Spaziergang. Laut Zeitplan dauerte die Fahrt rund zehn Minuten. Als wir ankamen, erwartete uns diese Schuhschachtel an Fähre, und gleich dahinter (200 m Luftlinie) die Insel 😂

Während zwei Stunden erkundigten wir die Insel, suchten vergebens die Rabbits und trafen stattdessen auf hohe Tannen, weissen Sandstrand, unzählige Muscheln sowie tote Hai- und Fischköpfe. In Mapua schlürften wir unseren Kaffee in der Sonne, umgeben von Einheimischen, und liessen unseren Sonntag ausklingen. Mapua ist definitiv ein Geheimtipp: klein, charmant und lohnenswert.
Ein neues Abenteuer stand für uns am nächsten Tag an: eine Kajaktour mit anschliessender Wanderung. Nach den Instruktionen am frühen Morgen gingen wir in einer kleinen Gruppe inkl. Guide aufs offene Meer und paddelten entlang schöner Buchten und Strände des "Abel-Tasman-Nationalparks". Dabei entdeckten wir am Ufer der "Adele Island" eine Seelöwen-Mutter mit ihrem Baby. Hungrig erreichten wir schliesslich die "Observation Beach", wo unser Guide uns Sandwiches und Kaffee servierte. Nach einer Stunde Mittagspause tauschten wir das Paddel gegen Wanderschuhe und wanderten zehn Kilometer entlang des "Abel Tasman Coast Track" zurück nach Marahau. Einmal mehr: die Wälder hier sind unglaublich schön und vielfältig an Pflanzen und Bäumen. Jap, das war ein richtig tolles und unvergessliches Erlebnis!
Mit Muskelkater aufgewacht, stand ein gemütlicher Tag in Nelson auf dem Programm. Wir flanierten durch die Strassen, frühstückten in einem herzigen Café und besuchten einzelne Boutiquen und Shops. Die Stadt an sich ist aber nichts Spezielles, so dass wir den Abend gemütlich in unserem Zuhause ausklingen liessen.

Am nächsten Tag brauchten wir wieder Energie für Bewegung und grosses Staunen. Es ging an den nordwestlichsten Punkt entlang des Abel-Tasman-Nationalparks: an die Wharariki Beach. Allenfalls kennst du sie vom "Windows 10"-Hintergrundbild? Nun ja, wir besuchten dieses Plätzchen nicht nur deswegen oder wegen seiner puren Schönheit, sondern auch, weil sich dort anfangs Jahr zwei gute Freundinnen das "Ja"-Wort gaben, zu Recht! Dieser Ort ist magisch und kaum in Worte zu fassen. Wir fühlten uns geehrt, an diesem speziellen Ort zu verweilen und die Abenddämmerung alleine zu geniessen, trotz kühler Temperaturen und starkem Wind. Der Höhepunkt war schliesslich der leuchtende Vollmond am Himmel. Ein einmaliges Erlebnis fürs Auge und Herz.
Vom Strand ging es am nächsten Tag in die Höhe. Wir wollten endlich mal eine richtige Wanderung hier in Neuseeland machen, nachdem wir bei Mt. Cook wegen Regen Pech hatten. Also fuhren wir rund 1.5 Stunden ins Landesinnere in die Region von St. Arnaud zum "Lake Rotoiti", wo wir beim Parkplatz des "Mt Robert Circuit" parkierten. Leider begrüssten uns graue Wolken und kühler Wind. Trotzdem schnürten wir unsere Wanderschuhe, packten die Regenjacken ein und liefen eine Stunde mehr als 800 Höhenmeter über die Baumgrenze hinauf, wo eine wundervolle Aussicht auf Berge und Seen auf uns wartete. Da nach drei Stunden die Regenwolken aufzogen und wir im Windschatten grosser Steine noch kurz unser Sandwich assen, kehrten wir um und machten uns talabwärts. Die Mondlandschaft da oben war unheimlich schön, und wir konnten uns nur vage vorstellen, wie die ganze Wanderung gewesen wäre. Wandern in Neuseeland ist also ein absolutes Muss. Und ja, die Natur unterscheidet sich definitiv zur Schweiz.
Am letzten Tag stand nach dieser aktiven Woche "Princess-Treatment" an. Zuerst gab es einen kurzen Schwumm im Naturpool "Riwaka Resurgence" bei maximal 10 Grad, in welchen sich selbst Amela wagte, gefolgt von Tim's Workout. Frisch geduscht gönnten wir uns in der Sonne einen Afternoon-Tea auf der Wiese, bis wir schliesslich am Abend vom 7. November in Mapua in einer lokalen Brewery einen Burger und Chili Cheese Hot Dog bestellten. Ein schöner Abschluss zum Ende unserer Reise auf der Südinsel Neuseelands.

Die Fahrt von Tasman via Nelson über die Pässe nach Picton war wunderschön. Es erwarteten uns schöne Fjorde sowie viele kleine Weingebiete. In Picton gaben wir unser Mietauto ab und nahmen schliesslich die Fähre von "Interislander" durch die Fjorde der Südinsel über das offene Meer bis nach Wellington. Die Fahrt dauerte etwas mehr als drei Stunden. Selbst wenn die Fähre riesig war, spürten wir den starken Wind auf dem offenen Meer und somit auch das mulmige Gefühl im Magen, vor allem bei Amela. Wir waren also froh, als wir den festen Boden wieder unter den Füssen hatten. Nun warten zwei Tage Wellington auf uns.
Hokitika - Tasman - Nelson - Wharariki Beach - Angelus Hut - Picton - 01. - 08.11.2025












































































































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