Region Christchurch
- Andrea Oldani
- 22. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Nach Tagen im Regen und Wolkenmeer führte uns die Sonne an die Ostküste. Von Twizel bis nach Christchurch warteten stille Seen, die kleinsten Pinguine der Welt und gemütliche Spaziergänge auf uns.
Nach der grossen Enttäuschung, die eindrückliche Mt.-Cook-Wanderung zu verpassen, machten wir uns auf den Weg an die Südküste nach "Oamaru". Dort kam das Glitzern in den Augen relativ schnell zurück. Wir stiessen nämlich auf die kleinsten Pinguine der Welt: die Korora-Pinguine. In diesem Center kannst du Zwergpinguine in freier Wildbahn beobachten, mit einem Eintrittsticket in den „Park“. Einige Pinguine bleiben in ihren kleinen Häuschen an Land, wo sie ihre Eier ausbrüten, und rund 300–600 weitere Kororas schwimmen tagsüber im Ozean, bis sie am Abend als Kolonie zurück an Land kommen. Auf ihrem Livestream kannst du ihre Rückkehr täglich mitverfolgen. Ausserdem sieht man auch die dicken Seelöwen auf den Steinen liegen und das Leben geniessen. Das war cool.
Weiter ging es der Küste entlang, vorbei an Christchurch. Randnotiz: Die Küste zwischen Oamaru und Christchurch ist überhaupt nicht spannend, da fährst du besser durchs Landesinnere. In der Ortschaft „Pegasus“, die es übrigens erst seit 2008 gibt, hatten wir ein AirBnB und machten von hier aus Ausflüge oder genossen einfach die Ruhe, den kleinen See oder das grosse Meer vorne an der Pegasus Bay. Ein Ort zum Verweilen.
Endlich wieder einmal Sonnenschein und somit Vitamin D im Gesicht, so dass wir unsere Tage mehrheitlich draussen verbrachten. An einem Tag fuhren wir rund eineinhalb Stunden auf die Halbinsel südlich von Christchurch, nach "Akaroa". Das ist noch ein kleiner Geheimtipp: eine herzige Strasse mit kleinen Boutiquen, Cafés und Restaurants. Wir spazierten entlang des Wassers bis hoch zum Denkmal „Takapuneke“, wo wir für ein paar Minuten einfach in der Sonne lagen und der Stille zuhörten. Zurück über die „Summit Rd", ein schöner Tourist Drive, blickten wir hinunter aufs Meer und kamen in den Genuss herrlicher Aussichten.
Auf dem Weg trafen wir einen älteren Kiwi, der uns folgender Tipp gab: Mit der Gondel bei Christchurch auf den Summit hochzufahren und anschliessend hinten den Berg herunterzulaufen. Der schöne Spaziergang vom Summit nach Lyttelton dauerte rund 1.5 Stunden. Dabei hatten wir immer schöne Aussicht auf die gegenüberliegende Halbinsel sowie das Meer. Ein netter Spaziergang zum Abschluss. Auf dem Rückweg gönnten wir uns zur Feier des Tages noch ein indisches Take-away (wir haben viel zu viel bestellt... OH HELL & es war nicht mal Königsklasse).
Die zwei darauffolgenden Tage verbrachten wir in der 400'000-Einwohner-Stadt „Christchurch“, der zweitgrössten Stadt Neuseelands. Diese Stadt war definitiv speziell. Man bemerkt relativ schnell die modernen Gebäude in der Innenstadt, die nach dem wohl grössten Erdbeben in Neuseelands Geschichte (22. Februar 2011) wieder aufgebaut wurden. Wir besuchten auch das Museum „Quake City“, wo wir auf informative und berührende Art die Hintergrundinfos zum tragischen Erdbeben erfuhren. Es war definitiv ein mulmiges Gefühl danach, fand ich. Umso schöner zu sehen, wie sich die Kiwis mit der Natur und dem Wetter verbinden und sich einfach leiten lassen - die Kontrolle darüber haben sie sowieso nicht, so auch ihre Worte. Umso innovativer sind die neuen Bauten und die Technologien, mit denen sie arbeiten, um sich vor solchen Ereignissen zu schützen.
Christchurch an sich ist nicht wirklich gross. Es hat mehrere Hauptgassen mit Einkaufsläden im Zentrum, schönes Ufer entlang des Avon Rivers sowie der "Riverside Market", wo du unzählige Foodstände und Delikatessenstände findest - I love it. Und à propos Delikatessen: bei unserem Spaziergang in den botanischen Garten (sehr schön & empfehlenswert) kamen wir vorbei an alten, wunderschönen Gebäude, wo sich unter anderem auch die Weinstube "Cellar Door" versteckte. Hier zögerten wir (besser gesagt, ich 🤓) nicht lange und vergnügten uns mit einem Wine Tasting und einer Käseplatte. Selbst Amela mochte den (Weiss-)Wein und ich gönnte mir eine zweite Runde mit Rotwein, der sich relativ schnell bemerkbar machte 🥲 Hier würde ich auf jeden Fall wieder einkehren und die neuseeländische Kulinarik geniessen.
Eine witzige Story zum Abschluss.
Beim Sightseeing kamen wir an einem Hotel mit einem grossen Graffiti vorbei, welches uns direkt begeisterte. Daneben waren irgendwelche Jungs, die sich mit einem Ball aufwärmten. Diese begeisterten uns hingegen weniger. Dennoch machte es mich irgendwie gwundrig, so dass ich den Car-Chauffeur vor dem Hoteleingang fragte, wer diese Typen seien. Es stellte sich heraus, dass es die Spieler der Rugby-Mannschaft "Canterbury" waren, die sich für das grosse nationale Finale in drei Stunden aufwärmten. 😂 Andere hätten sich eine solche Begegnung wohl gewünscht. Wir können also mit Stolz und etwas Ironie sagen: wir trafen die Sieger der neuseeländischen Rugby-Liga. Sie gewannen nämlich an diesem Nachmittag das Spiel gegen Otago.
Mt Cook - Oamaru - Pegasus - Region Christchurch, 22. - 27.10.2025





























































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